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Behördenübergreifende Stammdatenverwaltung aufbauen

Stammdaten sind definiert als grundlegende Informationen, welche die Verwaltung für ihr Handeln zwingend braucht resp. welche für die laufende Geschäftsabwicklung benötigt werden. Beispiele sind Informationen zu Personen, Unternehmen, Orten, Gebäuden und Grundstücken. «Gemeinsame Stammdaten» bezeichnet dabei Stammdaten, welche für mehr als eine Verwaltungseinheit relevant sind.
 
Die gemeinsame Stammdatenverwaltung ist ein wichtiger Baustein zur Unterstützung der digitalen Transformation der Behörden. Die auf Bundesebene definierten Stammdaten sollen auch für die öffentlichen Verwaltungen von Kantonen und Gemeinden verfügbar gemacht werden.
 
Mehrfach genutzte Stammdaten sollen künftig gemeinsam bewirtschaftet und Verwaltungen aller föderalen Ebenen sowie weiteren berechtigten Kreisen zur Nutzung bereitgestellt werden. Die gemeinsame Stammdatenverwaltung ermöglicht, dass Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen der Verwaltung Daten nur einmal bekannt geben müssen («Once Only») und erlaubt den Behörden, ihre Leistungen effizienter und kundenorientierter zu erbringen. Dies entlastet Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen.

Beschreibung Zielzustand

Im Rahmen dieses Umsetzungsziels wird eine Übersicht der rechtlichen, organisatorischen und technischen Massnahmen, die notwendig sind, um den Zugriff auf die Bundesstammdaten durch die Kantons- und Gemeindeverwaltungen zu ermöglichen, erstellt. Ferner soll eine Identifikation und Dokumentation erstellt werden, die aufzeigt, in welchen Kernregistern oder nationalen Diensten die Stammdaten und dazu gehörige eindeutige Identifikatoren geführt werden. Es wird zudem ein Vorschlag eines Governance-Modells für die nationale Dateninfrastruktur erstellt.
 
Von besonderem Interesse sind folgende Kernregister und Referenzsysteme:
 
Unternehmen:
  • Betriebs- und Unternehmensregister (BUR)
  • Unternehmensidentifikationsregister (UID)
Objekte und Geoinformation:
  • Gebäude- und Wohnungsregister (GWR)
  • Bundes Geodaten-Infrastruktur (BGDI)
Personen:
  • Gemeinde und kantonale Einwohnerregister (EWR) via Nationaler Adressdienst (NAD).
Das langfristige Ziel ist, dass die Koordination dieser fünf Basisregister und Infrastrukturen unter einer zentralen Dachorganisation «Nationale Dateninfrastruktur» abläuft, aber dass die Führung dieser Basisregister und Infrastrukturen dezentral sichergestellt wird.

Im Umsetzungsplan unterstützte Massnahmen

Massnahmen Endtermin
Fachkonzept, Referenzarchitektur und Organisationskonzept für die Führung von Registern gemäss dem Once Only-Prinzip in Zusammenarbeit mit Ämtern der Bundesverwaltung und einem Pilotkanton erarbeiten (Scope: Personen, Unternehmen, Gebäude und Wohnungen sowie Geodaten). 31.12.2023
Inventar der durch Bund, Kantone und Gemeinden genutzten Stammdaten in Zusammenarbeit mit den Staatsebenen erstellen; Nationales Datenglossar, das für alle Fachbereiche verständlich ist, erarbeiten.  31.12.2023
Pilotprojekt beim BFS und einem Pilotkanton durchführen. 31.12.2023

Dokumentation

Strategie für den Ausbau der gemeinsamen Stammdatenverwaltung des Bundes

Projektverantwortliche Organisation

Eidgenössisches Departement des Innern, EDI

Bundesamt für Statistik, BFS
Espace de l'Europe 10, CH-2010 Neuchâtel

Ansprechperson: a.i. Bertrand Loison
Kontakt: Bertrand.Loison@bfs.admin.ch, +41 58 46 36770