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Elektronische Identität

Um Verwaltungsgeschäfte vollkommen elektronisch abwickeln zu können, ist die Identität der betroffenen bzw. ansprechenden Person elektronisch sicherzustellen. Dafür dient der elektronische Identitätsnachweis. Man spricht diesbezüglich auch von einer «eID» bzw. «E-ID».

Ausgangslage

Eine sichere, glaubwürdige und verlässliche Identifikation der Personen stellt das notwendige hohe Mass an Vertrauen und Sicherheit zwischen den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern einerseits sowie den Anbietern elektronischer Dienste andererseits sicher, welches für eine flächendeckende Ausbreitung von E-Government notwendig ist.

Begriffe

Eine Identität im hier relevanten Sinn ist im Kern die Kennzeichnung einer Person zum Zwecke der Unterscheidbarkeit von anderen Personen. Je nach Anspruch des Anbieters eines Dienstes kann diese Kennzeichnung ein Avatar, ein beliebiger oder vorgegebener Loginname, eine Benutzer-Personen- oder Kundennummer, oder aber der amtliche Name einer Person sein.
 
Um seine Berechtigung zur Nutzung eines Dienstes zu bestätigen (sich also bei einem Dienst zu authentisieren), muss sich der Nutzer mit seiner elektronischen Identität identifizieren.
 
Je nach für die konkrete Anwendung notwendigem Schutzniveau bestehen unterschiedliche Sicherheitsniveaus, welche gewährleisten, dass die elektronische Identität nicht missbraucht wird bzw. nicht von einer anderen natürlichen oder juristischen Person verwendet wird, als jene für welche sie ausgestellt worden sind. Die Sicherheitsniveaus betreffen zum einen den Prozess der Ausstellung der elektronischen Identität (z.B. Angabe einer E-Mail-Adresse mit/ohne Verifikation, Vorsprechen bei einem Schalter mit amtlichem Ausweis, etc.), zum anderen den eigentlichen Prozess bei der Identifikation (nur Eingabe Login/Passwort oder zusätzliche Massnahmen).
 
Insbesondere im E-Government Umfeld wird unter einer «eID» eine elektronische Identität von Personen verstanden, welche mit einer einzigen elektronischen Identität die Nutzung mehrerer oder aller Dienste des Gemeinwesens ermöglicht.

«eID-Systeme» im E-Government

Kantone

Verschiedene Kantone geben bereits elektronische Identitäten für Ihre Bürgerinnen und Bürger bzw. Einwohnerinnen und Einwohner heraus oder haben entsprechende Gesetzgebungsprojekte. Beispielhaft können genannt werden:

eID rechtliche Grundlage
eKonto Kanton Basel-Stadt Behördenportalgesetz
frID Kanton Freiburg Gesetz über den E-Government-Schalter des Staates
Benutzerlogin «Guichet Unique» Kanton Neuenburg Loi sur le guichet sécurisé unique (LGSU)
«Zuglogin» Kanton Zug

Verwaltungsrechtspflegegesetz

Verordnung über elektronische Übermittlung im Verwaltungsverfahren

Bund

Auf Stufe Bund hat der Bundesrat am 1. Juni 2018 Botschaft und Entwurf für ein Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (E-ID-Gesetz) verabschiedet. Die eidgenössischen Räte haben am 27. September 2019 in der Schlussabstimmung ein leicht angepasstes Gesetz beschlossen.

Am 7. März 2021 wurde das Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (E‑ID-Gesetz) vom Stimmvolk deutlich abgelehnt. Die Notwendigkeit einer E-ID scheint jedoch weitgehend unbestritten. Bereits am 10. März 2021 wurden in der Frühlingssession von Vertretungen aller Fraktionen sechs gleichlautende Motionen für eine "Vertrauenswürdige, staatliche E-ID" eingereicht.

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 26. Mai 2021 entschieden, diese Vorstösse zur Annahme zu beantragen, und will rasch eine neue E-ID-Lösung präsentieren, die den Anliegen der Motionärinnen und Motionären Rechnung trägt. Er hat das EJPD beauftragt, zusammen mit dem EFD und der BK bis Ende 2021 ein Grobkonzept für die Umsetzung einer E-ID zu erstellen. Dabei ist ein starker Einbezug der Kantone sowie auch der Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne geplant. 

Angaben zum aktuellen Stand und weiterführende Hinweise sind hier zu finden.

Weiterführende Informationen

Elektronische Identifizierung (E-ID)
Elektronische Identität